NIE:SOLO in Kooperation mit dem BRIGHTSIDE STUDIO

Caroline Pitzke und Christine Fiedler

Caroline Pitzke und Christine Fiedler

Das will ich auch! Hab ich mir heimlich gedacht, als ich das coole Brightside-Studio im Friedrichshain zum ersten Mal betrat. Was für ein Glück, dass sich unsere Wege jetzt öfter kreuzen, denn wir haben noch einiges gemeinsam vor! Das Morgenlicht schien so wunderbar durch die Fabrikfenster. Perfekt für schöne Porträts ohne viel technischen Aufwand. Dort arbeiten, wo man auch gern wohnen würde. Mein Ziel für 2015. So charismatisch wie der Raum, so sind auch die Foto-Arbeiten von Caro und Tine. Ein Glück, dass sie sich trafen und jetzt sogar Kinder im ziemlich gleichen Alter haben. Caro hat eine Tochter von zwei Jahren und Tine einen Sohn von drei Jahren. Und wie die beiden anders arbeiten mit Familie, erfahrt ihr hier bei uns. 

1. Wie habt ihr euch kennengelernt?

Caro: 2003 in einer Berufsschule für Fotografie.

Tine: Und wir wurden gleich Freunde. Nach der Ausbildung haben wir dann mit drei anderen Jungfotografen unser erstes Studio gegründet. Schon damals haben wir beide, wenn es sich ergab, zusammen fotografiert. Also immer dann, wenn ein Fotograf nicht reichte oder es mehr Spaß machte zusammen zu fotografieren.

Caro: Damals hatten wir unsere ersten Aufträge von Freunden in Indie-Bands und diverse Modeshootings. Es passte einfach alles gut.

2. Wie arbeitet ihr eigentlich zusammen?

Caro: Am Anfang arbeiteten wir fast ausschließlich als Team. Bald merkten wir aber, dass jede von uns auch ihre eigenen Sachen machen wollte. Seither helfen wir einander aus.Tine hat angefangen sich mit der Businessfotografie zu beschäftigen und mich irgendwann gefragt, ob ich mitmachen will. Diesen Bereich machen wir nun gemeinsam bzw. teilen wir auf und den Rest macht jeder für sich. Aber natürlich hilft man einander aus. Seit 2009 haben wir zusammen das Brightside Studio im Friedrichshain.

Tine: Austausch findet zwischen uns immer statt. Vier Augen sehen mehr als zwei und jede von uns ist immer bei einem Thema besser informiert als die andere. Das gibt Kraft und Selbstvertrauen und macht einfach mehr Spaß. 

3. Wer gehört zu euren Kunden?

Caro: Zu uns kommen viele Studenten, Mütter, die sich neu orientieren oder den Wiedereinstieg suchen und Selbstständige.

 4. Was ist anders am Arbeiten mit Kindern?

Caro: Die Prioritäten sind andere. Jetzt muss man viel effizienter arbeiten, kann nicht mehr für Freunde und Freundesfreude Freundschaftsdienste machen. Man erfährt, da gerade die Leistung in der Businessfotografie so sehr geschätzt wird, auch seinen eigenen Wert. Ich bin jetzt erwachsener, souveräner und erfahrener, was wahrscheinlich auch das Alter mit sich bringt.Ziel ist es seinen Lebensunterhalt zu verdienen mit einem Job der Spaß macht, aber dennoch geht die Familie vor. Am Liebsten verbringe ich die Zeit mit meiner Tochter. Oftmals stresst es, wenn das Telefon währenddessen klingelt, ich stelle es dann einfach aus.

Tine: Seitdem die Kinder da sind, haben weniger Zeit zum vertrödeln. Denn unsere Freizeit wollen wir in erster Linie mit unseren Kindern verbringen. Nun geht es mehr darum Geld zu verdienen und ein Business auszubauen, das für uns funktioniert und natürlich Spaß macht. Wir sind mit unserer Businessfotografie super zufrieden. Auch wenn wir ab und zu mal was anderes zu Abwechslung machen, wie Schauspielerporträts, Werbefotografie oder Stils.

5. Gibt es eine Empfehlung an uns Mütter, die ihr gern weitergeben möchtet?

Tine: Wir können nur von uns ausgehen und empfehlen, allen anderen nicht mehr so viel zu hetzen. Plant Pausen ein und nehmt euch bewusst Zeit für eure Kinder. Diese Zeit ist wertvoll und geht so schnell vorbei.

Caro: Mir helfen wöchentliche To-Do- Listen. Und ich gebe dem Job nicht zu viel Macht.Lieber locker bleiben. Denn den Druck geben wir unbewusst an unsere Kinder weiter.

6. Was ist der Vorteil von Teamwork gegenüber Einzelkämpfertum?

Caro: Ich hab schon früh gemerkt, dass Konkurrenz unter Fotografen nichts bringt. Jeder macht sein Ding, wenn er darin gut ist, wird er Erfolg haben. Tine macht meine Bildbearbeitung, ich mache unsere Organisation und Terminierung. Jeder kann zusätzlich zu seiner Leidenschaft, dem Fotografieren, die Aufgaben machen, die ihm eher liegen.

7. Wenn ihr einen Wunsch frei hättet, was würdet ihr euch für eure weitere Arbeit.

Caro: Dass es so weiter geht. Dass wir alles, was wir uns vornehmen umsetzen können.

Tine: Ich wünsche mir noch viele spannende Menschen vor der Kamera, denn das ist das Schöne an meiner Arbeit. Ansonsten bin ich eigentlich voll zufrieden. Ein paar Ziele im Leben braucht man ja. Darauf arbeiten wir natürlich hin. Alles zu seiner Zeit.

8. Und noch eine letzte Frage an euch: Was wolltest ihr als Kind mal werden ?

Tine: Schwimmlehrerin

Caro: Ärztin oder Richterin

Ich danke euch sehr für einen ermutigenden Einblick in eure spannende Zusammenarbeit.

Silke Ababneh