beliya- eine IDEE mit gutem zweck und schönem DESIGN

 

Andrea Noelle und Annika Busse  Fotos von beliya 

Andrea Noelle und Annika Busse  Fotos von beliya 

Am 29.11.2014 fand die Auftaktveranstaltung zur Initiative FRAUEN UNTERNEHMEN des Bundeswirtschaftsministeriums u.a. mit Sigmar Gabriel statt. Als eine von 100 Unternehmerinnen in Deutschland ist Andrea Noelle als Botschafterin ausgewählt worden. Ich hatte das große Vergnügen Andrea dort persönlich kennenzulernen. Was sie mit ihrer Partnerin Annika Busse innerhalb von zwei Jahren in Hamburg auf die Beine gestellt hat, ist enorm und hier bei uns absolut der Rede wert. Die beiden Macherinnen von beliya möchten gern Vorbild für Frauen sein, die gründen möchten. Und weibliche Vorbilder braucht die Wirtschaft und brauchen eben auch wir. Warum? Weil sie Mut machen und uns allen zeigen, dass im Prinzip jede Mutter mit einem Schuss Leidenschaft und einer Vision in ein selbstbestimmtes Arbeiten und Leben kommen kann.

1. Was bedeutet eigentlich der Name beliya?

Andrea: Vor drei Jahren stand für uns fest, dass wir mit Taschen Gutes tun möchten. Dafür dachten wir uns ein Motto aus: „be good, be beautiful“. Schön sind unsere Designs und das Lächeln, das wir auf Kindergesichter zaubern. Daher entschieden wir uns, den Namen vom Wortstamm bel – lateinisch/französisch „schön“ abzuleiten. Heraus kam beliya!

Anni: Und das ist Grundstein von allem, was wir tun: von Taschen entwerfen, Zukunft für unsere Schulkinder in Tansania, Burundi und Namibia ermöglichen, über unser Büro.  Wir versuchen einfach alles, so schön wie möglich zu gestalten.

2. Wann und wo habt ihr euch kennengelernt?

Andrea: Wir lernten uns mit fünfzehn Jahren über eine gemeinsame Freundin kennen. 1998 machten wir gemeinsam Abitur. Im Anschluss trennten sich unsere Wege. Wir trafen uns im BWL-Hauptstudium an der Universität Lüneburg wieder, wo wir uns auch näher mit dem Thema Entwicklungspolitik und Bildung befassten. Dies war der Anstoß für unsere Doktorarbeit über Mikrokredite.

Anni: Und damals  in der Frühstunde Politik um 7.10 Uhr meldeten wir uns um die Wette.

3. Warum habt ihr euch eigentlich selbstständig gemacht?

Anni: Wir möchten die Welt ein bisschen besser machen. Unsere Kinder sollen einmal stolz auf uns sein, weil wir etwas dafür getan haben, dass die Ressourcen dieser Erde geschont werden. Kindern eine bessere Zukunft zu schenken, lässt uns jeden Tag mit so viel Elan aufstehen.

Andrea: Durch unsere Doktorarbeit haben wir gesehen, wie wichtig Bildung ist bzw. was es heißt lesen und schreiben zu können und wie Gesellschaften dadurch verändert werden. Wir haben immer den Wunsch verfolgt, etwas Eigenes zu erschaffen und der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Uns geht es hier schließlich sehr gut in Deutschland. Daher haben wir uns für beliya entschieden. Heute arbeiten wir sehr selbstbestimmt. Und wir ermöglichen auch Kindern, durch eine Grundschulausbildung in ein selbstbestimmtes Leben zu starten.

Foto von burundikids

Foto von burundikids

4. Haben eure Kinder die Einstellung zu eurem Arbeitsanspruch verändert?

Andrea: Als Mutter muss man sich mehr beweisen – und man wird viel viel effizienter…

Anni: Wir haben schon immer viel gearbeitet und arbeiten durch die Selbstständigkeit bestimmt mindestens genauso viel. Der Rhythmus ist ein anderer, denn wir möchten ja auch Zeit mit unseren Kindern verbringen. Wir arbeiten morgens bis nachmittags, dann abends wieder, wenn die Kinder schlafen. Am Wochenende leider auch ab und zu. Und Urlaub haben wir in diesem Jahr seit der Gründung das erste Mal gemacht.

5. Was habt ihr eurer Partnerschaft zu verdanken?

Anni: Ohne einander wären wir nicht so erfolgreich. Wir ergänzen uns einfach im Schlaf!

Andrea: Dem stimme ich absolut zu. Dadurch, dass wir zwei uns schon so lange kennen, wissen wir ganz genau, wie die andere tickt und wo unsere Stärken und Schwächen liegen. Neben unserer beruflichen Partnerschaft sind wir auch sehr gute Freundinnen, sodass wir uns auch auf persönlicher Ebene immer gegenseitig unterstützen können.

6. Ist Work- Live-Balance für euch ein Thema?

Anni: Ja, auf jeden Fall. Wir versuchen die Wochenenden so gut es geht unseren Familien, Kindern und Freunden zu widmen. Denn irgendwann muss man auch mal zur Ruhe kommen.

Andrea: Wenn man etwas tut, was einem Spaß macht, dann fühlt es sich nicht so sehr wie Arbeit an und man arbeitet mehr.

7. Wie  ergänzt ihr euch? Wo tickt ihr ganz ähnlich?

Anni: Wir sind beide vorausschauend, ehrgeizig, ideenreich, leidenschaftlich und gleichzeitig bodenständig und pragmatisch.

Andrea: Wir ergänzen uns auch sehr gut. Ich kümmere mich zum Beispiel um Design, Einkauf, Produktion und Finanzen während Annika Marketing, PR, Onlineshop und die Schulen betreut. Wir sind uns auch in unserer Art zu denken sehr ähnlich: zielstrebig, ambitioniert und haben beide sehr viel Energie. Aber wir sind auch nicht immer einer Meinung und haben unterschiedliche Ideen und das inspiriert den anderen wiederum. Insgesamt können wir nicht wirklich ohne einander.

8. Gibt es eine Empfehlung an Mütter mit einer Idee, die ihr gern weitergeben möchtet?

Andrea: Aller Anfang ist schwer, aber wenn man sich traut, bekommt man in der Regel mehr zurück, als man erwartet. Und jede Erfahrung lohnt sich. Wichtig ist, nicht alleine mit seiner Idee zu Hause zu versauern – rausgehen und Gleichgesinnte finden erleichtert viele Entscheidungen und ganz wichtig – Ziele und Vorstellungen verändern sich mit der Zeit und eine Lösung lässt sich immer finden. Ganz wichtig, andere nach ihrer Erfahrung fragen und Hilfe suchen.

Anni: Setzt euch mit anderen zusammen und sucht euch Hilfe. Es ist auch sehr wichtig, dass Partner, Familie und Freunde hinter einem stehen.

9. Gibt es noch weitere Pläne in der Zukunft?

Andrea: Wir arbeiten gerade mit Hochdruck an einer neuen breiteren Kollektion. Des Weiteren müssen wir die Bekanntheit von beliya noch weiter steigern, um mehr Kindern zu helfen. Bisher helfen wir 500 Kindern. In zehn Jahren soll es ein Vielfaches dieser Zahl sein!

Anni: Und dass jede Frau in Deutschland eine beliya haben möchte ;-)

Ich danke euch sehr herzlich im Namen aller NIESOLISTEN  und wünsche euch viel Glück auf eurem weiteren Weg.

  Silke Ababneh

 

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